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Pflege und Dienstleistungen rund ums Alter Entlastungsangebot für pflegende Angehörige. Bei allen Angeboten ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. In der Regel gibt es einen Fahrdienst. 〉〉 Individuelle Einzelbetreuung zu Hause: Darüber hinaus halten die meisten Pflegedienste besondere Angebote der allgemeinen Anleitung und Betreuung auch für die Einzelbetreuung bei Ihnen zu Hause vor, für die der Betreuungsbetrag ebenfalls eingesetzt werden kann. Fragen Sie bei einem Pflegedienst nach individuellen Betreuungsangeboten. Änderungen für Demenzkranke Für Demenzkranke wurde in der Pflegeversicherung die neue sogenannte „Pflegestufe 0“ geschaffen. Hier hat Vorrang nicht die Pflege, sondern die Betreuung bei der Bewältigung des Alltags. Auch die Pflegestufe 0 wird auf Antrag von der Pflegekasse gewährt und durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) durch Gutachten empfohlen. In der Pflegestufe 0 werden bei erhöhtem Betreuungsbedarf ein monatliches Pflegegeld von 125 R gezahlt oder Pflegesachleistungen bis zu einer Höhe von 225 R monatlich bewilligt. Auch in der Pflegestufe 0 kann eine Betreuungspauschale von 104 R bzw. 208 R monatlich (1248 R bzw. 2496 R jährlich) beantragt werden, um beispielsweise eine Tagespflege oder auch eine stundenweise Betreuung durch einen Pflegedienst finanzieren zu können. Pflegehilfsmittel Pflegehilfsmittel und technische Hilfen werden von der Pflegekasse bereitgestellt, wenn dadurch die Pflege erleichtert wird, die Beschwerden gelindert werden können oder eine selbständigere Lebensführung ermöglicht wird. Pflegehilfsmittel sind neben dem elektrisch verstellbaren Pflegebett mit Nachtschrank beispielsweise ein Rollator, ein Toilettenstuhl oder eine Aufrichthilfe, aber auch eine „Rutschmatte“ im Bett oder ein Bettverkürzer, der ein Herunterrutschen im Bett von kleineren Personen verhindert. Pflegehilfsmittel können bei der Pflegekasse beantragt bzw. vom Arzt verordnet werden. Versicherte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, leisten eine Zuzahlung von 10 Prozent, höchstens jedoch 25 R je Hilfsmittel. Bei leihweise überlassenen Pflegehilfsmitteln entfällt eine Zuzahlung. An den Aufwendungen für Pflegehilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind, beteiligt sich die Pflegekasse mit bis zu 40 R monatlich. Zuzahlungen sind pro Kalenderjahr nur bis zur Belastungsgrenze zu leisten, die zwei Prozent der jährlichen Familien-Bruttoeinnahmen beziehungsweise für schwerwiegend chronisch Kranke ein Prozent dieser Einnahmen beträgt. Bereits geleistete Zuzahlungen für Leistungen aus der Krankenversicherung können berücksichtigt werden. Pflegekurse Zur Unterstützung der Pflegepersonen, zur Erleichterung und Verbesserung der Pflegesituation zu Hause und zur Qualitätssicherung der häuslichen Pflege, werden von den Pflegekassen Pflegekurse angeboten. Diese kostenlosen Kurse vermitteln Laienpflegern hilfreiche Kenntnisse und Fertigkeiten. Wer als Pflegeperson beispielsweise innerhalb der Familie tätig wird, sollte an einem Kurs teilnehmen. Sie erlernen hilfreiche Handgriffe, die die Pflege erleichtern, können aber auch über die psychische Belastung durch die Pflege sprechen und Hilfreiches für den Umgang mit der Belastung erhalten. Fragen Sie gezielt bei den Pflegeberatern der Pflegekasse nach. Hält Ihre Pflegekasse kein ortsnahes Angebot vor, können Sie sich auch an die AOK wenden. 6 49


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